Struktur und Erinnerung –
Klar herausgearbeitet.
Die architektonische Strategie folgt dem Prinzip des behutsamen Weiterbauens im Bestand. Historische Strukturen werden erhalten, freigelegt und in ihrer räumlichen Qualität gestärkt, während neue Elemente bewusst als zeitgenössische Ergänzungen ablesbar bleiben. Der Schwerpunkt der Sanierung lag auf dem ersten Obergeschoss und dem Dachgeschoss, die funktional und räumlich neu organisiert wurden.
Das erste Obergeschoss wurde zu einer modernen Bürofläche umgebaut. Eine offene Grundstruktur greift die ursprüngliche Großzügigkeit des Innenraums auf und wird durch transparente Glastrennwände zoniert. So entsteht eine klare funktionale Gliederung, ohne die räumliche Einheit zu verlieren, und helle, kommunikative Arbeitsbereiche innerhalb der historischen Gebäudehülle.
Ein neu eingefügtes Treppenhaus erfüllt die aktuellen brandschutztechnischen Anforderungen und erschließt die Geschosse unabhängig vom Erdgeschoss. Das Dachgeschoss wurde zu einer eigenständigen Wohneinheit ausgebaut. Bestehende Raumqualitäten werden dabei aufgegriffen und durch präzise gesetzte Eingriffe ergänzt.
Im Zuge der Neuordnung wurde eine spätere bauliche Überformung zurückgebaut und der historische Dachverlauf wiederhergestellt. Eine neu eingefügte Dachterrasse trennt den Hauptbau klar von einem angebauten Gebäudeteil und stärkt die Ablesbarkeit der ursprünglichen Kubatur.
Fassaden und Fenster wurden unter denkmalpflegerischen Gesichtspunkten umfassend saniert und sichern das historische Erscheinungsbild. So entsteht eine Architektur, die den Bestand respektiert und zugleich eine klare, zeitgemäße Nutzung ermöglicht.
Ort
Braunschweig
Bauherr
Privat
Projektart
Denkmalpflege
Auszeichnung
„Tag der Architektur” 2014
Denkmalschutz Bauen im Bestand Zeitgemäße Ergänzungen Historische Wiederherstellung Sanierung historischer Fassaden Brandschutztechnische Ertüchtigung