Revitalisierter Raum –
Weiterbauen am industriellen Erbe.
Das ehemalige Werksgelände der Braunschweiger Traditionsmarke Rollei zählt zu den prägenden Industriestandorten der Stadt. Ziel des Entwurfs ist es, die Identität des Areals zu bewahren und gleichzeitig die Voraussetzungen für einen zukunftsfähigen Unternehmenscampus zu schaffen. Die architektonische Strategie folgt dabei konsequent dem Prinzip des Weiterbauens im Bestand: Bestehende Strukturen werden erhalten, gestärkt und durch gezielte Eingriffe an heutige funktionale, technische und energetische Anforderungen angepasst.
Im Zuge der Revitalisierung wurden die beiden Gebäuderiegel vollständig entkernt und in ihrer baulichen Struktur grundlegend überarbeitet. Einen wesentlichen Schwerpunkt bildet die umfassende brandschutztechnische Ertüchtigung, die tief in die Gebäudestruktur eingreift und die Grundlage für eine zeitgemäße Neuorganisation der Grundrisse schafft. So entstehen flexibel nutzbare Büro- und Gewerbeflächen mit klar gegliederten Erschließungsbereichen und einer modernen technischen Infrastruktur.
Parallel dazu wurden die an Haus 1 angegliederten Pavillons energetisch saniert. Die Erneuerung der Dach- und Fensterflächen steigert die Energieeffizienz nachhaltig und stärkt zugleich die bauliche Qualität sowie die langfristige Wirtschaftlichkeit des Ensembles.
Mit der genehmigten Erweiterung von Haus 2 wird die Entwicklung des Standorts konsequent fortgeführt. Ein viergeschossiger Aufbau in moderner Glaskubatur ergänzt den Bestand um einen eigenständigen, klar ablesbaren Baukörper. Die einzelnen Geschosse sind als flexibel nutzbare Einheiten mit integrierten Sozialbereichen konzipiert und ermöglichen eine langfristig anpassungsfähige Nutzung. Die zeitgenössische Ergänzung setzt einen präzisen architektonischen Akzent und tritt zugleich in einen bewussten Dialog mit der industriellen Bestandsarchitektur.
Ergänzend wird auch der Außenraum neu organisiert. Die Reduzierung versiegelter Flächen, die Neuordnung der Stellplätze sowie die Integration einer modernen Fahrradinfrastruktur schaffen ein zukunftsfähiges Umfeld mit klaren Erschließungsstrukturen, verbessertem Mikroklima und hoher Aufenthaltsqualität.
So entwickelt sich das ehemalige Rollei-Areal Schritt für Schritt zu einem vielseitigen Unternehmenscampus. Die architektonische Qualität entsteht dabei aus dem respektvollen Umgang mit dem Bestand, der präzisen Ergänzung neuer Bausteine und der konsequenten Verbindung von Funktionalität, Nachhaltigkeit und langfristiger Entwicklungsfähigkeit.
Ort
Braunschweig
Bauherr
Rolleiwerke GmbH
Projektart
Büro- und Verwaltungsbau, Gewerbebau
Grundsanierung Grundrissoptimierung Bauen im laufenden Betrieb Brandschutztechnische Ertüchtigung Energetische Sanierung Entsiegelung Gesamtheitliches Mobilitätskonzept Weiterentwicklung im Bestand